Vw tarifvertrag tabelle 2017

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Der erste bemerkenswerte Fall der Rolle, die EBR auf transnationaler Ebene spielen können, war der Fall Vilvoorde, als der französische Automobilhersteller Renault Ende Februar 1997 die Schließung seines Werks in Vilvoorde ,Belgien ankündigte, das mehr als 3.000 Arbeitnehmer beschäftigte. Diese unerwartete Entscheidung und das Fehlen jeglicher Information und Konsultation mit den Arbeitnehmervertretern und insbesondere mit dem Ausschuss der Europäischen Gruppe – wie der Renault-EBR genannt wird – lösten eine beispiellose Welle der Kritik von politischen Akteuren und Gewerkschaften aus. Dies führte zu dem wahrscheinlich ersten echten europäischen Streik, an dem einige tausend Beschäftigte in Frankreich, Belgien und Spanien beteiligt waren, mit Sympathieaktionen in den Werken von Volkswagen, Volvo, Opel-General Motors (GM) und Ford in Belgien, begleitet von konkreten Demonstrationen, die auf die Aussetzung der Unternehmensentscheidung abzielten (EU9703108F). Im April 1997 hob ein belgisches Gericht die Entscheidung von Renault auf und stellte fest, dass das Unternehmen die rechtlichen Verfahren in Bezug auf Massenentlassungen, Offenlegung von Informationen und Verhandlungspflichten ignoriert habe (BE9704208N). Renault bestätigte seine Entscheidung, unterzeichnete aber später 1998 mit den Gewerkschaften eine Änderung der Bedingungen der EBR-Vereinbarung, in der klar gestellt wurde, daß “im Falle einer geplanten Sonderentscheidung, die transnationale Folgen hat und die Interessen der Arbeitnehmer erheblich beeinträchtigen kann, der Ausschuss der Europäischen Gruppe zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten wird”, so daß die Ergebnisse der Konsultation in der endgültigen Entscheidung (FR9803195N) berücksichtigt werden können. Die Aktionen, die sich rund um den Fall Vilvoorde entwickelten, waren aufgrund der starken Rolle, die der EBR spielen konnte, möglich, unter anderem bei der Mobilisierung von Unterstützung unter der Öffentlichkeit und den politischen Akteuren. Bei all dem war auch die Rolle des Europäischen Metallarbeiterverbandes (EMF) unterstützend. Eine größere Herausforderung für Gewerkschaften und Arbeitsbeziehungen scheint die zunehmende Tendenz von Automobilunternehmen zu grenzüberschreitenden Unternehmen zu sein, die unabhängig von nationalen Grenzen Entscheidungen über Investitionen und Standort treffen. Veräußerungen und Standortverlagerungen können Widersprüche und gegensätzende Interessen zwischen verschiedenen nationalen Gewerkschaften in Europa aufzeigen. Darüber hinaus gibt es noch keine etablierte Ebene, auf der transnationale Fragen durch Tarifverhandlungen gemeinsam geregelt werden können, und auch keine organisatorischen Instrumente, die diese möglichen Widersprüche und Konflikte zwischen den Gewerkschaften lösen können.

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